Wladimir Putin wurde im Dezember 1999, vor 25 Jahren, zum Präsidenten. Seitdem ist er der starke Mann Russlands. Die 60-minütige ARD-Dokumentation »Putin und die Macht« erzählt von den Stationen seiner Karriere, von seinem Weltbild. Das Psychogramm eines Mächtigen. Hier blicken nicht westliche Beobachter auf Putin, sondern Menschen aus Russland. Ein Blick aus der Distanz des Exils. Sie haben ihre Heimat verlassen, um Repressalien zu entgehen.
Am 31. Dezember 1999 erklärte Russlands Präsident Boris Jelzin seinen Rücktritt und begrüßte als seinen Nachfolger einen schmächtig und unscheinbar wirkenden Mann mit schütterem Haar und großen Augen: Wladimir Putin. 25 Jahre ist das her. Mit dieser Inszenierung im Fernsehen stieg Putin zum mächtigsten Mann Russlands auf. Zu einem Autokraten, der das Land nach seinen Vorstellungen und Phobien formt. Und letztlich zu einem Diktator, der Krieg in Europa vom Zaun bricht und die Welt ins Wanken bringt. Aber was hat ihn geprägt? Was hat ihn radikalisiert? Warum sucht er die Konfrontation mit dem Westen? Was treibt den Mann an, der versucht, das Schicksal Europas und sogar der Welt zu bestimmen?
Der Film erzählt nicht Putins Biografie nach, sondern skizziert Putins Psychogramm, lässt die Zuschauenden in sein Denken, in seine Welt eintauchen. Die »Putin-Versteher« in diesem Film sind Menschen mit erlittener Erfahrung des Putin-Systems. Die Schriftsteller Michail Schischkin und Viktor Jerofejew, die Politologen Ekaterina Schulmann und Alexander Baunow, die Historikerin Irina Scherbakowa und die Politaktivistin Alla Gutnikowa blicken auf Putin – aus der scheinbar sicheren Distanz des Exils. Schulmann und Baunow gelten als »Auslandsagenten«. Gutnikowa stand ein Jahr lang unter Hausarrest, wurde zu zwei Jahren Strafarbeit verurteilt, konnte aber nach Deutschland fliehen.