Bezirksamt Treptow-Köpenick fordert Offenhaltung der Görlitzer Brücken

Pressemitteilung vom 22.04.2026

Die im Eigentum der Deutschen Bahn befindlichen ehemaligen Görlitzer Bahnbrücken in Alt-Treptow, die Treptow mit Friedrichshain-Kreuzberg verbinden, stehen vor der Schließung. Die von der Bahn entwidmeten Flächen werden seit Jahrzehnten sowohl als Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg als auch zur Erholung der Bevölkerung genutzt. Aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes und aus Wirtschaftlichkeitsgründen hat die Deutschen Bahn den über die Flächen mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick bestehenden Mietvertrag zum 30.06.2026 gekündigt.

Danach werden die Flächen von der Bahn gesperrt. Gespräche über die Übernahme der Flächen durch den Berliner Senat sind bisher erfolglos geblieben.

„Diese Entwicklung ist dramatisch für die Erholungsmöglichkeiten der Bevölkerung. In dem sehr verdichteten Gebiet wird damit – ohne Perspektive – der Bevölkerung eine wichtige Fläche entzogen. Es muss dringend auf höchster Senatsebene Gespräche zum Erhalt der Zugänglichkeit der Flächen für die Bevölkerung geben“, fordert Bezirksbürgermeister Oliver Igel.

„In einer stark verdichteten Innenstadtlage sind sichere und direkte Wege für den Fuß- und Radverkehr unverzichtbar – viele Menschen nutzen die Görlitzer Brücken täglich auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder für Erledigungen. Umso inakzeptabler ist es, dass die Görlitzer Brücken für die Bevölkerung vollständig gesperrt werden – sie müssen möglichst durchgehend zugänglich bleiben. Das Land Berlin sollte daher kurzfristig eine Zwischenlösung mit der Deutschen Bahn vereinbaren und parallel die Übernahme der Flächen prüfen“, fordert Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt, Dr. Claudia Leistner.

Bezirksbürgermeister Igel und Baustadträtin Dr. Leistner haben sich mit dieser Forderung in der vergangenen Woche mit einem Schreiben an Finanzsenator Evers und Verkehrssenatorin Bonde gewandt.

Aus der Bevölkerung gab es wiederholt Wünsche zur Verbesserung der Situation auf dem ehemaligen Bahndamm. So sollte das Gelände durch Einrichtung eines Hundegartens, Anwohnergärten und/oder Aufwertungsmaßnahmen für die Grünanlagen aufgewertet werden und auch die soziale Kontrolle auf dem Bahndamm verstärken. Die Erholungsanlage schließt unmittelbar an den Görlitzer Park an, sodass auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von der Sperrung betroffen wäre. Hierzu befinden sich die beiden Bezirke bereits in Gesprächen.