Sonderausstellung „Klingel bei Anna – 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg“

Pressemitteilung vom 23.07.2026

Das Museum Lichtenberg zeigt ab Donnerstag, 27. August 2026, die Sonderausstellung „Klingel bei Anna – 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg“. Erstmals widmet sich eine umfassende Ausstellung der Geschichte und Gegenwart queeren Lebens im Bezirk. Sie macht bislang wenig bekannte Biografien, Orte und Lebenswelten sichtbar und ist bis Ende Mai 2027 im Museum Lichtenberg in der Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin, zu sehen.Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Lichtenberg wird bislang nur selten mit queeren Lebenswelten in Verbindung gebracht. Während Berlin häufig als Regenbogenhauptstadt wahrgenommen wird, bleibt der Bezirk in Erzählungen über queere Geschichte und Gegenwart oft unerwähnt. Tatsächlich lassen sich in Lichtenberg zahlreiche Spuren queeren Lebens finden: von der Bezirksgründung 1920 über die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus sowie der DDR bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung wurde von Neo Seefried und Karl-Heinz-Steinle kuratiert und basiert auf einer Forschungsarbeit, die auf Initiative der Queer-Beauftragten des Bezirks, Sabine Pöhl, entstanden ist. Im Mittelpunkt steht der Wohnraum als (geschützter) Ort queeren Lebens. Anhand von Biografien, Freundinnen- und Freundeskreisen, Orten, Zusammenschlüssen und Veranstaltungen zeigt die Ausstellung die Vielfalt queerer Lebensrealitäten in Lichtenberg. Historische Objekte und Fotografien werden mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen verbunden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem neu erschlossenen Nachlass der queeren DDR-Person Anna B. Wein, der ungewöhnliche Einblicke in die Lebenswelten der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre ermöglicht.

Zur Ausstellung findet ein Begleitprogramm statt:

Freitag, 18.September 2026, 18:30 Uhr: Drag-Quiz mit Katharina Katastrophe und Karma Attitude
Wer kennt sich am besten mit queerer Geschichte, Popkultur und Lichtenberger Geschichte aus? Katharina Katastrophe und Karma Attitude – bekannt aus dem Berliner SchwuZ und als Hosts von Queer-Kosmos – laden zum großen Drag-Quiz ein.

Mittwoch, 21. Oktober 2026, 18:30 Uhr: Panel-Diskussion: Was heißt „queer“ auf … ?
Migrationsgeschichte und Queerness prägen viele Lebensrealitäten. In der Panel-Diskussion sprechen queere Migras aus Lichtenberg und Berlin darüber, wie Herkunft, Identität und gesellschaftliche Ausgrenzung zusammenwirken. Der Abend wirft einen Blick auf Intersektionalität, Doppelmarginalisierung und gelebte Erfahrungen und findet in Kooperation mit der AG Migrantische Linke Lichtenberg statt.

Donnerstag, 5. November 2026, 18:30 Uhr: Zeitzeug*innen im Gespräch
Im Austausch mit Co-Kurator Karl-Heinz Steinle erzählen sie von queeren Lebensrealitäten in Lichtenberg, teilen Erinnerungen, Anekdoten und persönliche Perspektiven. Seltene Interview- und Filmausschnitte machen den Abend zu einer lebendigen Begegnung mit queerer Geschichte.

Sonntag, 6. September, 4. Oktober und 1. November 2026, jeweils 14:00 Uhr: Führungen mit Kurator:innen Neo Seefried und Karl-Heinz Steinle
Das Museum Lichtenberg widmet sich erstmals der Geschichte und Gegenwart queeren Lebens im Bezirk. Tatsächlich lassen sich in Lichtenberg zahlreiche Spuren queeren Lebens finden – von der Bezirksgründung 1920 über die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus und die DDR bis in die Gegenwart.

  • DDR-Person Anna B. Wein fotografiert sich im Spiegel

    Anna B. Wein, Selbstporträt im Spiegel, Ende 1980er

  • Michael Eggert, und Charlotte von Mahlsdorf und Peter Rausch posieren für ein gemeinsames Foto

    Michael Eggert, Charlotte von Mahlsdorf, Peter Rausch bei einem Treffen der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin (HIB) im Gründerzeitmuseum Mahlsdorf, 1976

  • Hans Hanisch posiert in den 1920er-Jahren in festlichem Kleid

    Künstler*innen-Foto Hans Hanisch in Drag, 1920er

  • Bild einer Eintrittskarte zu einem Maskenball im Jahr 1936

    Eintrittskarte zum 2. Großen Maskenball des Kegelklubs „Lustige Neun“ am 14. März 1936 in den Residenz-Festsälen