Kriminelle nutzen gezielt Einsamkeit, Hilfsbedürftigkeit oder gesundheitliche Einschränkungen aus, um ältere Menschen um ihre Immobilie zu bringen.
Häufig wird zunächst Vertrauen aufgebaut, etwa durch scheinbar fürsorgliche Hilfe im Alltag. Anschließend wird Druck erzeugt, die Immobilie schnell zu verkaufen oder zu übertragen. Dabei werden komplizierte Vertragsinhalte, insbesondere zu Wohnrechten oder Gegenleistungen, bewusst ausgenutzt.
Für Betroffene bedeutet dies oft den Verlust ihres Zuhauses und ihres wichtigsten Vermögenswertes. Die finanziellen Schäden können im Einzelfall mehrere hunderttausend bis Millionen Euro betragen.
Besonders gefährdet sind Menschen, die allein leben oder nur wenig soziale Unterstützung haben.
Typische Warnsignale:
- Fremde zeigen plötzlich Interesse an Ihrer Immobilie und sind aufdringlich hilfsbereit. Es kommt zu einem ungewöhnlich schnellen Vertrauensaufbau. Ihnen werden Pflege oder „Alltagshilfen“ wie zum Beispiel Einkäufe angeboten
- Man lockt Sie mit einem lebenslangen Wohnrecht für einen schnellen Verkauf der Immobilie
- Vertrauenspersonen von Ihnen oder „neue Freunde“ drängen Sie zu schnellen Entscheidungen
- Sie verstehen den Inhalt des Ihnen vorgelegten Kaufvertrages nicht umfassend (beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht)
Die Polizei rät:
- Treffen Sie keine Entscheidungen unter Druck
- Beziehen Sie immer eine von Ihnen selbst gewählte Notar/-Anwaltskanzlei ein
- Registrieren Sie Ihre Vorsorgevollmacht frühzeitig und offiziell im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer
- Erstellen Sie ein rechtssicheres Testament
- Bevollmächtigen Sie ausschließlich Menschen, denen Sie uneingeschränkt und schon lange vertrauen
- Behalten Sie regelmäßig Ihre Gesundheit im Blick, um geschäftsfähig zu bleiben
- Das LKA 323 steht Mo. – Fr. von 09:00 – 15:00 Uhr mit einem Servicetelefon unter Tel.: 030 / 4664-932333 zur Verfügung
E-Mail: LKA323praev@polizei.berlin.de