Carole Behnke berichtet aus Wien

Wien

Bericht vom 02.10.2023

In der letzten Woche galt meine Aufmerksamkeit der Struktur des Magistrates der Stadt Wien, der Kinder-und Jugendhilfe. Dementsprechend verabredete ich einen Termin bei der Leitung. Somit bekam ich durch die Leiterin der Gruppe Recht einen Überblick über den Aufbau und die Zuständigkeit dieser Magistratsabteilung. Die Referate Kindertagesbetreuung, Pädagogische Qualitätssicherung und Auftrittsgenehmigung, Aufsicht Sozialpädagogischer Einrichtungen und Asylvertretung, unterliegt der Rechtsaufsicht. Das bedeutet für die Praxis, dass alle sowohl rechtlichen und pädagogischen Belange, durch Jurist*innen final entschieden werden. Dazu gehören auch alle Formulare und Aktivitäten, die die Arbeit der Fachaufsichten betreffen. Für die Kolleg*innen sind damit kurze Wege und Expert*innen ansprechbar, wenn alltägliche Inhalte entschieden, bei Kindeswohlgefährdung reagiert und bei Beschwerden gehandelt werden muss. Personelle Veränderungen und Bedarfe werden über die Leiterin Mag. Michaela Krejcir vorangebracht, als auch politische Einflussnahme genommen. 14-tägig werden im Großteam alle aktuellen Themen besprochen und Pläne für die Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung diskutiert.

Als einen umfangreichen Gesprächstermin erlebte ich meinen Termin mit der Leiterin für Kinderbetreuung vom Wiener Hilfswerk. In Wien ist festgelegt, dass die Kinderbetreuung über freie Träger oder Privatpersonen organisiert wird. Dadurch ergibt sich eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen der Fachaufsicht seitens des Magistrats und den freien Trägern. Anders als in Berlin, sind die Tageseltern bei den Trägern angestellt. Somit ergaben sich spannende Einblicke hinschtlich der Themen wie Finanzierung, Fortbildung, Kontrollen, Kindeswohlgefährdung und andere darüber hinaus.

Mit dem Bewusstsein, dass Wien 1,98 Mio und Berlin 3,87 Mio Einwohner hat, muss ich die gesammelten Erfahrungen aus 24 stattgefundenen Terminen und den Gesprächen vor Ort relativieren. Dennoch nehme ich einen Erfahrungsschatz und unzählige Denkanstöße mit nach Berlin, die auch unsere Arbeit bereichern können. Meine Kolleg*innen vor Ort haben mir zum Abschied bestätigt, dass sowohl die Gespräche mit mir, als auch die mitgebrachten Materialien hilfreich für ihre Arbeit sind.

Sehr herzlich wurde ich verabschiedet und mithilfe dieses Projekts hoffen wir alle auf einen fachlichen Austausch in Berlin. Auf Wiedersehen.

Wien

Bericht vom 26.09.2023

Meine dritte Woche in Wien galt persönlichen Gesprächen bezüglich der Verteilung von Verantwortlichkeiten und Einbeziehung in die alltägliche Arbeit.

Mit großem Interesse lernte ich die verschiedenen Zuständigkeiten bezüglich der Überprüfung von Tageseltern als Voraussetzung von Bewilligungen kennen. Unter den Mitarbeiter*innen aus dem Referat Kindertagesbetreuung sind die Inhalte: Bewilligung, Kontrolle, Tageseltern (Hierbei sind nur die Tageseltern in den eigenen Haushalten gemeint.) und Verwaltung.

Unter dem Schwerpunkt Kontrolle, konnte ich mich mit einer Kollegin anhand eines Beispiels, an der Überprüfung eines konkreten pädagogischen Konzeptes beteiligen. Die Prüfung anhand eines Leitfadens ließ Inhalte erkennen, die auch in unserer Praxis relevant sind. Dennoch ergaben sich Inspirationen, die ich mit meinen Kolleg*innen besprechen und auswerten möchte.

2018 wurden Strukturänderungen vollzogen. Seitdem unterliegt die Aufsicht über die Kindergruppen den Kolleg*innen aus der Zuständigkeit für Kindertagesstätten. Als Kindergruppen werden zwei Kindertageseltern von 2×5 Kindern in angemieteten Räumen bezeichnet. In Berlin unterstehen diese der Aufsicht für die Kindertagespflege, wie auch die einzelnen Kindertagespflegepersonen. In Wien werden die gesetzlichen und konzeptionellen Ansprüche der Kindergruppen, an die der Kindertagesstätten sukzessive angepasst. In Wien gilt das letzte Kindergartenjahr als verpflichtendes Jahr wie die Schulpflicht.
Um an der Arbeit als Tageseltern interessierten Personen die Voraussetzungen und Richtlinien für Bewilligungen nahezubringen, wird viermal jährlich ein One-Stop-Shop angeboten. An diesen Terminen sind alle relevanten Experten der Behörde vor Ort, die beratend für alle Ebenen Auskunft geben.

An einem Tag konnte ich als Beisitzerin an Gleichstellungsprüfungen teilnehmen. Erzieher*innen aus anderen Ländern wurden in Recht geprüft, inwieweit sie sich mit den rechtlichen Grundlagen der Wiener Kindertageselternbetreuung auskennen. Eine spannende Erfahrung.
Wie in Berlin, so fehlen auch in Wien Tageseltern, Assistent*innen für Kita-Gruppen und Erzieherinnen in den Kindertagesstätten. Um auf die Arbeit dieser Bereiche aufmerksam zu machen und zu werben, wird eine Open-Space Veranstaltung an einer Ausbildungsstätte bzw. Hochschule geplant, die entsprechende Expert*innen ausbilden.

Wieder einmal war diese Woche geprägt von neuen Erkenntnissen und Parallelen zu meiner Arbeit. Nun freue ich mich auf das nächste Wochenende und auf Einblicke in diese schöne Stadt.

Wien

Bericht vom 19.09.2023

Diese Woche konnte ich gleich mit einem aufschlussreichen und inspirierenden Gespräch mit einer Kollegin beginnen, die im gleichen Feld und mit dem gleichen Aufgabenschwerpunkt tätig ist. Nachdem mir alle möglichen Vereinbarungen und Gesetzesgrundlagen zum Lesen zur Verfügung standen, gingen wir in einen intensiven Erfahrungsaustausch. Ein Arbeitstag war natürlich zu kurz. Somit wird es weitere Termine geben. Arbeitsgrundlagen und der ständige fachliche und juristische Support, zeigten eine sehr hohe Professionalität und klare Arbeitsabläufe. Es gibt zu unserer Arbeit in Friedrichshain/ Kreuzberg viele Ähnlichkeiten, aber auch Inspiration zum Nachdenken.

Auch bei unseren Wiener Kolleg*innen wird die Thematik Kindeswohlgefährdung kontinuierlich den Tagesmüttern und Tagesvätern vermittelt und zur Diskussion gestellt. Auch bei den Trägern gibt es dazu umfangreiche Termine, in denen die Arbeit an den Konzepten in der Kindertagesbetreuung eine wesentliche Rolle spielt.

Im Zusammenhang mit einem weiteren Hausbesuch bei einer Tagesmutter, erfuhr ich von praxisrelevanten Erfahrungen im Umgang mit den Trägern, Eltern und der Problematik Personalmangel.

Darüber hinaus konnte ich an Netzwerktreffen in verschiedenen Gebäuden teilnehmen und auch dadurch die schöne Stadt Wien etwas mehr kennenlernen.

Meine Terminplanung für die nächste Woche, lässt auf weitere interessante Erkenntnisse hoffen.

Wien

Bericht vom 09.09.2023

Nach einem umfangreichen Bewerbungsverfahren ist es mir gelungen, einen Hospitationsplatz in Wien, im Jugendamt zu erlangen. Bei allen Kolleg*innen und Organisatorinnen bedanke ich mich für diese Möglichkeit, in einen europäischen Fachaustausch in Wien gehen zu dürfen. Mit meinem beruflichen Schwerpunkt Kindertagespflege und frühkindliche Bildung im Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg, darf ich nun unseren Kolleg*innen in Wien über die Schulter schauen.

Nach einer offiziellen Begrüßung und Einführung durch Herrn Dr. Wimmer, Magistratsdirektion, im Haus des Personals in der Bartensteingasse in Wien, habe ich die Kolleg*innen der Kinder-und Jugendhilfe in der Rüdensteingasse, aufgesucht. Freundlich begrüßt, lernte ich die fachbezogenen Mitarbeiter*innen kennen. Schon in der ersten Woche konnte ich neben interessanten Gesprächsterminen im Haus, gleich beeindruckende Außentermine wahrnehmen.

Schon eine aufsuchende Beratung und Kontrolle einer Tagespflegeperson in der privaten Wohnung, hat mir interessante Einblicke in die Verfahrensweise und den Auftrag des Jugendamtes vermittelt, die ich als Anregung mitnehmen werde.

Am 07.09.2023 wurde mir die Teilnahme an einem Fachtag ermöglicht. Die “KICK OFF zum Ausbau Frühe Hilfen“, fand nicht nur in dem historischen Festsaal Wiens statt, sondern vermittelte ein spannendes Netzwerk für die Umsetzung Früher Hilfen. Mittels Vorträge und des umfangreichen Marktplatzes, lernte ich die Schwerpunkte kennen und konnte auch hier wieder Anregungen für die eigene Arbeit sammeln.

In einer Großteamzusammenkunft konnte ich die Gelegenheit wahrnehmen, meine Präsentation unserer Arbeit vorzustellen und entsprechende Materialien zu verteilen. Im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs lernten so die Kolleg*innen auch Inhalte aus unserer Arbeit in Berlin kennen.

Als besonderes Bonbon lud mich mein temporäres Team ein, mit Ihnen am Businessrun teilzunehmen. Somit lernten wir uns besser kennen und hatten viel Spaß miteinander.
Die Vielfalt dieser ersten Woche lässt mich auf die nächste Woche und weiteren Erkenntnissen freuen.