Keine andere Kultur- oder Bildungseinrichtung erreicht einen so hohen Anteil der Bevölkerung aller Alters-, Sozial- und Bildungsschichten wie die Bibliothek. Kaum eine Institution ist näher an den Erwartungen, Erfahrungen und individuellen Potenzialen der Bürgerinnen und Bürger wie die Bibliothek. Die Bibliothek spürt die in der PISA-Studie nachgewiesene Bildungsbenachteiligung der jungen Migrantengeneration im Bezirk ebenso wie die sozio-ökonomischen Veränderungen in Teilbezirken mit hohem Armutsanteil. Gleichzeitig muss sie Schritt halten mit immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen der Medienmärkte und Kommunikationstechnologien, um den Ansprüchen der modernen Informationsgesellschaft gerecht zu werden. Die Bibliothek schafft es, mit diesem Spagat divergierende gesellschaftliche Strömungen und Gruppen zusammenzubringen. Sie verhindert die Spaltung der Gesellschaft in Wissende und Unwissende, Produktive und Unproduktive, Macher und Hilflose. Sie hat sich von einem
Aufbewahrungsort für Schrifttum längst zu einem Umschlagplatz von Wissen, Weltanschauungen, Lebensweisen und Zukunftsmodellen für Generationen entwickelt.
Dabei erwirtschaftet nach einer in 2005 durchgeführten Marktwertanalyse der FH Potsdam jeder in Bibliotheken investierte Euro in Mitte einen gesellschaftlichen „Gewinn“ von 5,60 EUR. Bei einer vom Mai bis Juni 2005 durchgeführten Befragung unter 900 Bibliothekskunden gab über die Hälfte der Befragten über 16 Jahren an, dass Ihnen die Angebote der Öffentlichen Bibliotheken helfen, in ihrer derzeitigen Tätigkeit produktiver zu sein. 13% nutzten Bücher aus der Bibliothek, um sich auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten, 12,7% fanden Rat zum Umgang mit den persönlichen Finanzen. Neben dem praktischen Nutzen wurde aber auch betont, dass die Bibliothek als Vermittler kulturellen Erbes, Treffpunkt und damit als „ein Stück Lebensqualität“ wahrgenommen wird. Kurz: