Integration neu denken: Für Inklusion und echte Partizipation
Der Begriff „Integration“ wird im öffentlichen Diskurs häufig verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit Einwanderung und Flucht. Er suggeriert, dass Menschen, die aufgrund einer Fremdzuschreibung nicht zum selbstverständlichen Teil einer Gesellschaft gehören, sich in eine bestehende Ordnung einfügen sollen – oftmals verbunden mit der Erwartung, sich anzupassen, ohne die bestehenden Strukturen grundsätzlich in Frage zu stellen.
Wir im Partizipationsbüro Friedrichshain-Kreuzberg lehnen dieses Verständnis von Integration ab.
Denn Integration ist kein neutraler Begriff. Er impliziert ein „Innen“ und ein „Außen“, ein „Wir“ und ein „Die Anderen“. Er legt nahe, dass Zugehörigkeit erst erarbeitet werden muss – und dass es eine dominante Norm gibt, an der sich alle orientieren sollen. Diese Perspektive verkennt die Vielfalt unserer Gesellschaft und reproduziert bestehende Machtverhältnisse.
Stattdessen sprechen wir von Inklusion und Partizipation.
Inklusion bedeutet für uns, dass alle Menschen von Anfang an selbstverständlich Teil der Gesellschaft sind – unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus, Sprache oder anderen Zuschreibungen. Es geht nicht darum, sich anzupassen, sondern darum, Strukturen so zu gestalten, dass sie Vielfalt ermöglichen und Barrieren abbauen.
Partizipation bedeutet, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten. Gerade im Kontext von Einwanderung und Flucht heißt das: Menschen, die neu in Friedrichshain-Kreuzberg leben, sind nicht nur Adressat*innen von Maßnahmen, sondern Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealität. Ihre Perspektiven, Erfahrungen und Forderungen müssen gehört und ernst genommen werden.
Eine demokratische Gesellschaft lebt von Mitbestimmung, Vielfalt und gleichberechtigtem Zugang zu Ressourcen und Entscheidungsprozessen. Dafür setzen wir uns ein.
Unser Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen echte Teilhabe möglich ist – und in denen nicht Anpassung als Voraussetzung der Zugehörigkeit erwartet wird, sondern Vielfalt als Stärke verstanden wird.