Tierische Schaderreger: Apfelwickler / Obstmade

  • Apfelwickler: Ei auf Blatt

    Apfelwickler: Ei auf Blatt

  • Apfelwickler: Schadbild an der Frucht

    Apfelwickler: Schadbild an der Frucht

  • Apfelwickler: Falter (Männchen)

    Apfelwickler: Falter (Männchen)

  • Apfelwickler: Larve

    Apfelwickler: Larve

Der Apfelwickler ist ein bedeutender Schädling am Apfel, da er nicht nur durch das Anstechen der Frucht und die nachfolgende Fraßtätigkeit der Larven schädigt, sondern so auch Eintrittspforten für andere Schaderreger, wie u.a. Monilia Fruchtfäule schafft.
Geeignete Gegenmaßnahmen sind nur erfolgreich, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Dazu gilt es die Flugzeiten des Schmetterlings zu ermitteln. Die Überwachung des Flugverlaufes erfolgt seit 2005 mit Hilfe von Pheromonfallen in Gärten an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet. Der Einfluss der jeweiligen Witterung im Flugzeitraum ist für ein mehr oder weniger starkes Auftreten des Wicklers und somit für die Schädigung der Frucht verantwortlich.

Lebenszyklus der Apfelwickler

Lebensweise

  • Lebenszyklus der Apfelwickler

    PDF-Dokument (186.0 kB)

  • Larve des Apfelwicklers im Apfel

    Larve des Apfelwicklers im Apfel

  • Larven in der Wellpappe

    Larven in der Wellpappe

  • Apfelwickler: Eiablage auf Blatt

    Apfelwickler: Eiablage auf Blatt

  • Apfelwickler: Eiablage auf Apfel

    Apfelwickler: Eiablage auf Apfel

  • Apfelwickler: Eier

    Apfelwickler: Eier

  • Apfelwickler: Einbohrloch

    Apfelwickler: Einbohrloch

  • Apfelwickler: Befallssymptom

    Apfelwickler: Befallssymptom

Apfelwickler – Cydia pomonella

  • Vorkommen:

    insbesondere am Apfel aber auch an Birne

  • Flugzeit:

    einzeln an Früchte oder auf in Fruchtnähe befindliche Blätter, Abendtemperaturen über 15°C nötig

  • Larvenschlupf:

    nach 10 bis 14 Tage

  • Larvenfraß:

    Einbohren in die Früchte und Fraß Richtung Kerngehäuse

  • Larvenentwicklung:

    nach etwa 4 Wochen verlassen die Larven die Früchte zur Abwanderung zu Verstecken am Stamm oder in obere Bodenschichten

  • Überwinterung:

    als Larve eingeponnen in einem Kokon am Stamm hinter Borkenschuppen, in Ritzen von Baumpfählen oder an anderen geeigneten Stellen, aber auch im Boden

  • Verpuppung:

    im Überwinterungs-Kokon im April bis Mitte Mai

  • Generation:

    vorwiegend eine lang fliegende erste Generation

  • Symptome:

    dunkel gefärbte Ausbohrlöcher , brauner Kot, beginnende Fäulnis

  • Schaden:

    durch Larvenfraß Verletzung der Fruchthaut und somit Entstehung von Eintrittspforten für Infektionen (Monilia-Fruchtfäule), vorzeitiges Abfallen der Früchte

Überwachung des Flugverlaufes:

Überwachung des Flugverlaufes:

Lockstoff-Fallen (Pheromonfallen) dienen nur zur “Flugüberwachung” bzw. Ermittlung der Flugdichte und damit der Schwellenwerte für die Bekämpfung. Eigene Erfahrungen zeigen, dass bei 10 gefangenen Faltern in der Woche bzw. stark ansteigenden Fangzahlen Gegenmaßnahmen empfehlenswert sind.

Ring aus Wellpappe

Gegenmaßnahmen

Raupenfanggürtel (Ringe aus Wellpappe) können ab Ende Juli als ergänzende Maßnahme an den Stämmen angebracht werden. Sie bieten den abwandernden Raupen künstliche Verstecke. Um einen Schlupf der Wickler auch aus diesen Fanggürteln zu verhindern, sollten sie noch vor dem Winter von den Bäumen entfernt werden, spätestens jedoch im zeitigen Frühjahr noch vor dem Gehölzaustrieb.
Der Einsatz von Leimringen zur Reduktion der Apfelwicklerpopulation ist ungeeignet.
Auch der Einsatz von nützlichen Trichogramma-Schlupfwespen ist möglich. In der Praxis haben sich allerdings keine auffälligen Effekte bei der Reduzierung des Apfelwicklers gezeigt. Wer dennoch diesen Einsatz plant, sollte in jedem Fall im Vorfeld auf die Verwendung chemischer Präparate am Baum verzichten.
Eine Anwendung von Nematoden (biologischer Pflanzenschutz) im Herbst findet vorwiegend im Profi-Apfelanbau statt.
Bei der Bekämpfung haben sich vor allem die Apfelwickler-Granulosevirus-Präparate bewährt. Diese wirken als reine Fraßgifte über den Verdauungstrakt der Larven. Die Mittel haben nur eine Wirkungsdauer von etwa 6 bis 8 Sonnentagen. Danach ist der Wirkstoff abgebaut und eine erneute Behandlung sollte erfolgen. Besonders gut wirken sie, wenn der Spritzbrühe geringe Mengen Zucker beigemischt werden.

  • Wirkstoff:

    Apfelwickler-Granulosevirus

  • Wirkung auf:

    Eier und Larven

  • Wartezeit in Tagen:

    keine

  • Anwendungen pro Jahr:

    max. 6 x

Ein negativer Einfluss auf eine Reihe von Nützlingen, wie z.B. auf Florfliegen, Erzwespen, Spinnen und nützliche Wanzen, kann bei sachgerechter Anwendung beider Wirkstoffe ausgeschlossen werden. Bienen und Hummeln werden ebenfalls nicht geschädigt.

Monitoring

Die Apfelwickler sind wärmeliebende Schmetterlinge und der Flugverlauf ist stark abhängig vom Wetter des jeweiligen Jahres. Die höchsten Fangzahlen wurden in dem sehr warmen und trockenen Jahr 2006 ermittelt. Im Vergleich der Mittelwerte 2005 bis 2023 liegt das Jahr 2023 mit 89 Faltern pro Falle wieder im oberen Bereich und hat das Niveau von 2010 und 2011 erreicht. Auch lässt sich die Erklärung den warmen Sommertemperaturen finden.

Auftreten des Apfelwicklers 2005 bis 2023

Auftreten des Apfelwicklers 2005 bis 2023

Flugverlauf

Nachdem in den letzten beiden Jahren geringe Befallszahlen bei den wöchentlichen Leerungen der Fallen im starken Widerspruch zu einem sehr starken Befall an den Äpfeln standen, gaben die Fangzahlen im Jahr 2023 zu den Befallssymptomen ein stimmiges Bild ab. In den Pheromonfallen wurden aufgrund der warmen Witterung ab der 3. Woche im Mai verstärkt die 1. Apfelwicklergeneration gefangen. Anfang/Mitte Juli entwickelte sich die 2. Generation, die den höchsten Anstieg seit Beginn unseres Schaderregermonitorings im Jahr 2005 hatte. Der lange Flug endete in der 3. Woche im August und war erklärbar durch die warmen Tages- und Nachttemperaturen.

Jahreszyklus des Apfelwicklers 2023 im Vergleich zum Mittelwert

Jahreszyklus des Apfelwicklers 2023 im Vergleich zum Mittelwert