Siemensstadt Square

Siemensstadt Square

In Berlin Spandau entsteht auf dem historischen Industriestandort der Firma Siemens ein urbanes Quartier mit vielfältigen Nutzungen: das Neue Stadtquartier Siemensstadt Square.

Die bislang für die Nachbarschaft unzugänglichen Industrieflächen werden schrittweise geöffnet. Geplant sind Wohnungen, nicht störendes Gewerbe, eine Grundschule sowie weitere soziale Infrastruktur und öffentliche Freiräume. Die Produktionsstandorte der Siemens AG und der Siemens Energy AG werden konzentriert und ausgebaut, wobei die Anforderungen der künftigen Nachbarschaften berücksichtigt werden. Auch in Zukunft wird die lange Tradition industrieller Produktion in der Siemensstadt fortgesetzt und mit neuen Arbeitsformen und Büroarbeitsplätzen ergänzt.

YouTube-Video: Siemensstadt Square – ein Überblick über Berlins neues Stadtviertel

Formate: video/youtube

Lage und Planungshistorie

Quartiersentwicklungen im Berliner Nordwesten

Lage

Das Neue Stadtquartier Siemensstadt Square ist ein wesentlicher Baustein der dynamischen, städtebaulichen Entwicklung im Westraum Berlins, in dem weitere wichtige Berliner Stadtentwicklungsprojekte liegen. Auf der Insel Gartenfeld, in der Wasserstadt Berlin-Oberhavel und im Schumacher Quartier entstehen tausende neue Wohnungen und vielfältige Räume zum Arbeiten von morgen. Mit der Umnutzung des ehemaligen Flughafens Tegels zur Urban Tech Republic wird ein herausragender Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien geplant.

Planungshistorie

  • Siemensstadt Square, Schrägluftbild 2025

    Siemensstadt Square, Schrägluftbild 2025

  • Übersicht des Planungsgebietes Siemensstadt Square

    Übersicht des Planungsgebietes Siemensstadt Square

  • Übersicht des Planungsgebietes Siemensstadt Square

    JPG-Dokument (1.1 MB)

  • Rahmenplan Siemensstadt Square 2026

    PDF-Dokument (145.5 kB)

  • Sektoralplan Erschließung Siemensstadt Square 2026

    PDF-Dokument (139.0 kB)

Im Oktober 2018 verständigten sich das Land Berlin und die Siemens AG in einem Memorandum of Understanding auf wichtige gemeinsame Entwicklungsziele für einen neuen innovativen Stadtteil in der traditionsreichen Spandauer Siemensstadt und gaben damit den Startschuss für die Projektentwicklung.

Seitdem wurden die folgenden Meilensteine erreicht:

  • 12/2019: Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 5-123 (Gesamtgebiet)
  • 01/2020: Jurysitzung zum städtebaulichen Wettbewerb für die Siemensstadt Square
  • 10/2020: Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung im Bebauungsplanverfahren 5-123
  • 11/2020: Jurysitzung zum Architekturwettbewerb für Hochhaus und Atrium am Eingangsplatz
  • 07/2021: Senatsbeschluss des Rahmenplans Siemensstadt2
  • 08/2021: Unterzeichnung des Rahmenvertrags zwischen Berlin und Siemens
  • 08/2021: Senatsbeschluss der Vorkaufsrechtsverordnung für Teilgebiete der Siemensstadt Square
  • 09/2021: Bekanntmachung der Änderung des Flächennutzungsplans
  • 09/2021: Teilungsbeschluss des Bebauungsplans 5-123 und Fortführung in drei Bebauungsplanverfahren 5-123a, 5-123b und 5-123c
  • 01/2023: Jurysitzung zum freiraumplanerischen Wettbewerb für den Eingangsplatz
  • 03/2024: Festsetzung Bebauungsplan 5-123a
  • 06/2024: Baubeginn im ersten Bauabschnitt
  • 03/2026: Senatsbeschluss Rahmenplan Siemensstadt Square 2026

Städtebau

Das Gebiet wird zu einem gemischt genutzten Quartier entwickelt. Die modernen Produktionshallen im nördlichen Teil des Plangebiets und das traditionsreiche Dynamowerk südlich der Nonnendammallee werden ihre industriellen Nutzungen behalten. Darüber hinaus sind neue Nutzungen aus Gewerbe, Forschung und Lehre, Beherbergung und sozialer Infrastruktur geplant. Auch bis zu 3.750 Wohnungen sollen entstehen, wovon 30 % mietpreis- und belegungsgebunden sind. Die zentral gelegenen Denkmale – das Verwaltungsgebäude, das Schaltwerkhochhaus und die Schaltwerkhallen – werden weiterhin das Stadtbild prägen und mit neuen Nutzungen belegt.

Auf einem Grundstück zwischen der Siemensbahn und der Straße am Schaltwerk ist eine 4-zügige Grundschule geplant. Neben zwei Kitas soll im Quartier ein neuer sozialer Treffpunkt entstehen, der Raum für eine Jugendfreizeitstätte, einen Seniorenclub, eine Stadtteilbibliothek und ein Familienzentrum bietet.

Prägend für den neuen Stadtteil ist der zentrale Boulevard, der zusammen mit einer Reihe von Stadtplätzen das Gebiet in Ost-West-Richtung durchzieht. Die Struktur wird durch eine Abfolge von stadträumlichen Freiflächen ergänzt, die u.a. der Erholung, der Regenwasserbewirtschaftung und der Erschließung dienen. Die zentral gelegenen Freiflächen bieten eine hohe Aufenthaltsqualität und sind vor Lärm aus Industrie und Verkehr geschützt. Gleichzeitig stärken sie die Orientierung und die Lagequalität der neuen Wohn- und Arbeitsbereiche.
Siemens strebt hohe Nachhaltigkeitsziele an. Das Neue Stadtquartier Siemensstadt Square wird CO2-neutral im Betrieb. Zur Erreichung dieses Ziels errichtet Siemens nach eigenen Angaben Europas größten Abwasserwärmetauscher. Zudem wird für das Projekt ein innovatives Regenwassermanagement entwickelt.

Das Neue Stadtquartier Siemensstadt Square ist als autoarmes Quartier geplant, in dem Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende und der öffentliche Personennahverkehr den Vorrang haben. Die Wiederinbetriebnahme der Siemensbahn ab 2029 wird einen wesentlichen Beitrag für die ÖPNV-Anbindung leisten. Das Quartier soll frei von Durchgangsverkehr bleiben. Autoverkehr ist zur Anlieferung, zur Ver- und Entsorgung und für die Anbindung der Quartiersgaragen / Mobilitätsstationen möglich.

Städtebauliches Strukturkonzept

Im Sommer 2019 lobte Siemens in Abstimmung mit dem Land Berlin einen städtebaulichen Wettbewerb aus, um das beste Konzept für die Umgestaltung des bestehenden Industrieareals zu einem offenen Stadtteil mit einem urbanen Nutzungsmix, Freiräumen und einer zukunftsfähigen Erschließung zu finden. Das Preisgericht tagte im Januar 2020 und stand unter dem Vorsitz von Prof. Stefan Behnisch. Die Jury, der auch der zu dieser Zeit Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller und der Siemens-Vorstand Cedrik Neike angehörten, entschied sich für den städtebaulichen Entwurf der Berliner Büros Ortner & Ortner Baukunst und der Landschaftsarchitekten capattistaubach urbane landschaften.

Der Siegerentwurf wurde im Nachgang des Wettbewerbs zu einem städtebaulichen Strukturkonzept überarbeitet.

Das städtebauliche Strukturkonzept wurde im Jahr 2025 vor dem Hintergrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und angepasster Planungsziele der Siemens AG durch den Wettbewerbssieger Ortner & Ortner Baukunst in Abstimmung mit dem Land Berlin und Siemens weiterentwickelt.

Rahmenplan

  • Rahmenplan Siemensstadt Square 2026

    Rahmenplan Siemensstadt Square 2026

  • Sektoralplan Erschließung Siemensstadt Square 2026

    Sektoralplan Erschließung Siemensstadt Square 2026

Die wesentlichen räumlichen, funktionalen und qualitativen Planungsziele des Projekts Siemensstadt Square wurden in einen Rahmenplan übersetzt. Der Rahmenplan formuliert die städtebaulichen und planerischen Leitplanken für alle nachfolgenden Planungsebenen und stellt den Rahmen und die Spielräume bei der künftigen Umsetzung der städtebaulichen Ziele dar.

Der Senat von Berlin hat in der Sitzung vom 31. März 2026 den „Rahmenplan Siemensstadt Square 2026“ beschlossen. Dieser ersetzt den bisherigen Rahmenplan aus dem Jahr 2021. Vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen wurden im Laufe des Jahres 2025 wesentliche Planungsziele angepasst. Dies umfasst insbesondere die Erhöhung des Wohnanteils, eine Reduzierung der Büroflächen im Kernbereich des Projektgebiets sowie die Sicherung von Industrieflächen im nördlichen Projektgebiet sowie im Bereich des Dynamowerks südlich der Nonnendammallee, die Neukonzeption der Grün- und Freiflächen und die Neuausrichtung des Innovationscampus Siemensstadt Square. Ergänzend wurde ein Sektoralplan Erschließung erarbeitet. Die Planungsziele werden im „Rahmenplan Siemensstadt Square 2026“ und im ergänzenden „Sektoralplan Erschließung Siemensstadt Square 2026“ festgehalten.

Baukulturelles Begleitgremium

Siemens und das Land Berlin haben ein baukulturelles Begleitgremium einberufen, welches den Planungsprozess beratend begleitet. Ziel der Beratung ist die Sicherung der angestrebten städtebaulichen, architektonischen und freiraumplanerischen Qualität. Die Mitglieder verfügen über Fachexpertise in den Bereichen Städtebau, Architektur und Freiraumplanung.

Beteiligungskonzept

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und die Siemens AG haben in Abstimmung mit dem Bezirksamt Spandau ein Beteiligungskonzept entwickelt, das an die Leitlinien für Bürgerbeteiligung des Landes Berlin angelehnt ist. Das Beteiligungskonzept greift die bereits erfolgten Beteiligungsschritte auf und stellt die derzeit geplanten Informations- und Beteiligungsangebote vor.

Die weiteren Beteiligungsprozesse werden von einer Vernetzungsgruppe begleitet, in der verschiedene Blickwinkel und Interessen aus der Nachbarschaft vertreten sind. Die Vernetzungsgruppe reflektiert und kommentiert die Beteiligungsprozesse in der Siemensstadt Square, nimmt eine Multiplikatorenrolle ein und stellt Verknüpfungen mit ihren Netzwerken her.

  • Siemensstadt Square Beteiligungskonzept

    PDF-Dokument (3.7 MB)

Siemensstadt Square: Informations- und Beteiligungsverfahren

Übersicht der Bebauungsplanverfahren

Bauleitplanung

Um die Planungen für die neue Siemensstadt Square rechtlich umzusetzen, werden Bebauungspläne durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen aufgestellt.

Am 19. Dezember 2019 wurde für das gesamte Projektgebiet der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes 5-123 gefasst. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch fand vom 05. Oktober bis 06. November 2020 statt. Die Öffentlichkeit konnte zum Rahmenplanentwurf Stellung nehmen.

Am 20. September 2021 wurde der Bebauungsplan geteilt: Das Planungsrecht für den ersten Teilabschnitt der Siemensstadt Square am künftigen S-Bahnhof Siemensstadt wird im Rahmen des Bebauungsplans 5-123a (östlicher Stadteingang Siemensstadt Square) geschaffen. Für den nördlichen Teilbereich der Siemensstadt Square, der neben dem nördlichen Wohnquartier auch den geplanten zentralen Park, den Bildungscampus und die zukünftigen Produktionsflächen der Siemens Energy beinhaltet, wird der Bebauungsplan 5-123b (Nördliche Siemensstadt Square) aufgestellt. Die verbleibenden Flächen im zukünftigen Zentrum der Siemensstadt Square sowie im Bereich des Dynamowerks südlich der Nonnendammallee befinden sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans 5-123c (Mittlere und südliche Siemensstadt Square).

Zunächst wurde das Bebauungsplanverfahren für den östlichen Stadteingang (5-123a) durchgeführt. Der Bebauungsplan wurde im März 2024 festgesetzt. Derzeit wird das Verfahren für den Bebauungsplan Nördliche Siemensstadt² (5-123b) durchgeführt.

Umsetzung

Realisierungswettbewerb für Hochhaus und Atrium

Ansicht des Gewinner-Entwurfs für das Hochhaus und das Atriumgebäude am Eingang in die Siemensstadt Square

Um einen ersten Umsetzungsschritt der neuen Siemensstadt Square vorzubereiten, lobte Siemens im August 2020 einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb für ein erstes Teilareal, den Eingang in das neue Quartier am künftigen S-Bahnhof Siemensstadt aus. Das Architekturbüro ROBERTNEUN konnte den Wettbewerb mit seinem Entwurf für das neue städtische Entree für sich entscheiden. Baubeginn für die ersten Hochbauten im neuen Quartier war im Juni 2024.

Gestaltung des Eingangsplatzes

  • Lageplan für den Eingangsplatz

    Lageplan für den Eingangsplatz

  • Blick über den Eingangsplatz vom Rohrdamm aus

    Blick über den Eingangsplatz vom Rohrdamm aus

  • Die Siemensgalerie mit Blick auf den künftigen S-Bahnhof Siemensstadt

    Die Siemensgalerie mit Blick auf den künftigen S-Bahnhof Siemensstadt

  • Blick vom künftigen S-Bahnhof Siemensstadt auf den Eingangsplatz und in den Boulevard

    Blick vom künftigen S-Bahnhof Siemensstadt auf den Eingangsplatz und in den Boulevard

Für die Gestaltung des Eingangsplatzes lobte Siemens unter Beteiligung des Landes Berlin einen freiraumplanerischen Wettbewerb aus. Im Januar 2023 sprach sich die Jury für den Entwurf des Landschaftsplanungsbüros GREENBOX aus.

Das über 20.000 Quadratmeter große Wettbewerbsgebiet grenzt an den künftigen S-Bahnhof Siemensstadt und den Rohrdamm an. Die teilnehmenden Büros waren aufgefordert, den Eingangsplatz als hochwertigen Auftakt einer ganzen Platzfolge im zukünftigen Quartier zu gestalten und dabei einen harmonischen Übergang zum bestehenden öffentlichen Raum zu schaffen. Neben dem Anspruch an eine hohe Aufenthaltsqualität für die künftigen Nutzerinnen und Nutzer mussten verkehrliche Aspekte und Anforderungen einer klimaresilienten und barrierefreien Gestaltung zusammengeführt werden. Auch die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung waren bei der Bearbeitung des Wettbewerbs zu berücksichtigen.

Downloads

  • Informationsbroschüre Siemensstadt Square

    PDF-Dokument (4.2 MB) - Stand: September 2021

Links

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Abt. II, Städtebau und Projekte
Referat II A, Innere Stadt und Hauptstadtangelegenheiten